Leicht gesagt, denkt Astrid, während der gute alte Renault sich die Serpentinen in Richtung Caprese zu den Rossis entlangschlängelt. Seit gestern ist das Gedankenkarrussel wieder in voller Fahrt. Ich schaff es nicht mit den Geschichten. Bei so viel arbeiten… Wie soll das denn gehen. Keine Zeit mehr. Oder erschöpft, denkt sie und weiß genau, dass das nichts hilft.
Plötzlich lacht sie
An der dritten Linkskurve lacht sie selbst darüber. Den FLOW anknipsen wie eine Lampe – das ist ja vollkommener Unsinn. Das Lachen ist wie eine Schleuse, die die Schwere wegspült.
Wie die große Freiheit ist das. Und eine freudige Entschlossenheit mischt sich in das vergnügte Lachen.
Entschlossenheit
Sie entschließt sich, es ab jetzt zu lassen. Schlicht und ergreifend. Schluss damit! Ich höre JETZT auf damit.
Die sonnige Berglandschaft wird heute Morgen von tiefblauem Himmel gerahmt, fast unwirklich schön. Sie entspannt sich und ein Woge der Dankbarkeit durchflutet sie.
Geschichten wie vom Goldesel
Da fällt ihr das von gestern wieder ein. Mit Fabienna an der Autobahnauffahrt. Warten auf Piero. Der erst eintrudelt, als sie schon aufgegeben hat und zu Fuß den Berg hinauf zum Mühlengrundstück geht, nachhause.
Und auf einmal ist die Schönheit dieser ganzen Geschichte da. Über Piero. Über sie. Über Fabienna.. Jeder Tag schickt mindestens eine Geschichte, in der alles enthalten ist. Alles .
Die ersten Sätze für diese Geschichte formulieren sich subito von selbst – und gut gelaunt fährt sie in die enge Auffahrt der Rossis, um ein paar Stunden zu arbeiten.